Historie

Ein kleiner Ausflug in die Geschichte. Auf den Spuren Goethes und wie der Name Wüstenhof entstand. Der Wüstenhof liegt unstrittig in der Gemarkung Weitersburg, der Begriff Wüstenhof bei Vallendar ist allerdings nachvollziehbar, da Vallendar die bekanntere Ortschaft mit größerem Bekanntheitsgrad war und die Bewohner des Hofes geschichtlich bedingt, in der Vallendarer katholischen Kirche getauft, und auf dem dortigen Friedhof begraben worden sind. In den Urkunden der damaligen Zeit ist von einem „Hof“, die Wüste genannt“ die Rede so auch in einem Dokument von1587, in dem beschrieben ist, dass der Hof frei ist also keine Zehnten ab gab, keine Männer als Soldaten stellen musste und soviel Vieh halten durfte wie es füttern konnte. Der Hof musste damals bei einem Krieg oder bei einer Brandkatastrophe verwüstet worden sein. Daher steht in den Urkunden jener Zeit der Begriff „Wüste hoff“ oder Hoff, die Wüste genannt“. Der Name wurde später dann beibehalten.

Wir schreiben das Jahr 1771. In dieser Zeit kam die Familie d’Ester nach Vallendar und erwarb die alte Sayner Burg, die geschliffen wurde und auf deren Grundmauern das herrliche barocke Gebäude, der heutige Sitz der WHU, gebaut wurde. Die d’Esters hatten nicht nur großen wirtschaftlichen Erfolg, sondern förderten damals auch die schönen Künste. Dazu trug auch bei, dass die Maler- und Gelehrtenfamilie Verflassen bei d’Ester wohnte und als Privatlehrer und Freunde der Familie in Vallendar blieben. Die dÈsters hatten viele Gäste in Vallendar und so besuchten z.B. die Gebrüder Jacobs aus Düsseldorf den hiesigen Ort. Diese wiederum waren mit Johann Wolfgang Goethe (damals noch ohne `von´, da er den Titel erst 1782 erhielt) befreundet und so ergab es sich, dass der große deutsche Dichter im Juli 1774 nach seinem Aufenthalt bei der Familie Laroche in Ehrenbreitstein, bei d’Esters hereinschaute, um in deren Haus zu verweilen. 1772 war er ebenfalls schon hier gewesen, der Grund seines Aufenthaltes ist wohl auch mit Sinnesfreuden zu begründendes ist ja bekannt, dass der Meister KEIN Kostverächter wart und sowohl die Familie Laroche als auch die Familie d’Ester hatten äußerst hübsche Töchter.

Während dieser Mußestunden sind d’Ester und Goethe auch auf dem Wüstenhof gewesen und bei diesem Aufenthalt soll der Dichter das Heideröslein geschrieben oder zumindest die Anregung dazu bekommen haben. Es ist zumindest nirgends eine Stelle in der Literatur zu finden, dass der 1749 in Frankfurt geborene und 1832 in Weimar gestorbene Goethe dieses schöne Stück nicht hier geschrieben hat. Am 14. September 1924 wurde die Goethsäule auf dem Hof eingeweiht. Die im Schankraum noch hängende Urkunde des Verschönerungsvereins anlässlich des 150 jährigen Geburtstages Goethes gibt nochmals den Hinweis auf Goethes Besuch hier. Am 23. mai 1982 wurde das Denkmal nach einer Restaurierung nochmals eingeweiht und gedenkt so bis heute den Besuch des großen Dichterfürsten.

Autor: Adolf T. Schneider